Das Mindestelterngeld

Elterngeld wird mindestens in Höhe von 300 Euro gezahlt. Dies gilt auch, wenn der Antragsteller vor der Geburt seines Kindes kein eigenes Einkommen erzielte.

Achtung!
Zum 01.01.2015 wird das neue Elterngeld Plus in Kraft treten.

Von den Neuregelungen profitieren vor allem Eltern, die sich Erwerbs- und Erziehungsarbeit gleichberechtigt teilen und während des Elterngeldbezugs im Umfang von 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten.

Planen Sie Nachwuchs für 2015? Dann informieren Sie sich unbedingt auf unserer Seite zum Elterngeld Plus oder nutzen Sie das Wissen unserer Elternberater!

Den Mindest- oder Sockelbetrag von 300 € Elterngeld pro beantragtem Lebensmonat seines Kindes erhält, wer:

  • vor der Geburt seines Kindes ein durchschnittliches mtl. Einkommen aus Erwerbstätigkeit von 300 € oder weniger hatte,
  • vor der Geburt seines Kindes kein eigenes Einkommen hatte und nach der Geburt des Kindes kein ALG II bezieht,
  • während seines Elterngeldbezuges ALG I erhält oder
  • durch seinen Zuverdienst im Elterngeldbezug ein durchschnittliches mtl. Einkommen von 2300 € oder mehr erzielt.

Seit dem 01.01.2011 wird das Elterngeld auf Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und Kinderzuschlag vollständig angerechnet. Hat man allerdings in den 12 Monaten vor der Geburt seines Kindes in einem oder mehreren Monaten Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt, bleibt ein Betrag von maximal 300 € anrechnungsfrei.

Zum Mindestelterngeld dürfen Eltern dazuverdienen, "was sie wollen", so lange sie dadurch die zulässige 30-Wochenstunden-Grenze nicht überschreiten.

Auch Studenten oder Hausfrauen, die vor der Geburt ihres Kindes kein eigenes Erwerbseinkommen hatten, können das Mindestelterngeld erhalten.

Wussten Sie schon, dass viele Mütter beim zweiten Kind nur noch den Mindestbetrag an Elterngeld erhalten?

Vor allem viele Mütter kehren nach der Geburt ihres ersten Kindes nicht, oder nicht sofort in eine Vollzeittätigkeit zurück. Verbreitet ist auch, dass Mütter im Anschluss an den Elterngeldbezug noch in Elternzeit bleiben und sich bis zum vollendeten zweiten oder dritten Lebensjahr des Kindes selbst um dessen Betreuung kümmern. Diese Lücke wird übrigens mit dem Elterngeld Plus geschlossen, das für ab dem 01.07.2015 geborene Kinder gelten wird und mit dem Eltern ihren Elterngeldbezug bis zum 28. Lebensmonat ihres Kindes ausdehnen können!

Wie beim ersten Kind auch ermittelt die Elterngeldstelle bei jedem weiteren Geschwisterkind den für die Berechnung des Elterngeldes relevanten Bemessungszeitraum. Bei Antragstellern mit Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit setzt sich der Bemessungszeitraum aus den 12 Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Babys bzw. vor dem Monat des Beginns der Mutterschutzfrist zusammen. Bei Selbstständigen, Gewerbetreibenden und Eltern mit Mischeinkünften wird auf den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt des Kindes zurückgegriffen.

Der so ermittelte Bemessungszeitraum verschiebt sich nur dann weiter in die Vergangenheit, wenn sog. Ausklammerungs- und Verschiebetatbestände vorgelegen haben. Zeiträume, in denen man ohne eigenes Erwerbseinkommen in Elternzeit für ein älteres Geschwisterkind war, gehen mit Null € in die Berechnung ein. Monate mit reduziertem Einkommen auf Grund von Arbeitszeitreduktion nach der Geburt des ersten Kindes führen ebenso zu einem geringeren Elterngeldanspruch für das neue Geschwisterkind.

Beispiele zum Mindestbetrag beim Elterngeld

Beispiel 1:

Frau Schulze war vor der Geburt des Kindes lange arbeitslos und hat somit kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit vorzuweisen. Nach der allgemeinen Berechnung des Elterngeldes bekäme Frau Schulze 67 Prozent ihres Einkommens als Elterngeld. Durch die Regelungen des Mindestelterngeldes kann Frau Schulze für maximal 12 Lebensmonate ihres Kindes 300 € Elterngeld beziehen.

Beispiel 2:

Frau Meier hat vor der Geburt ihres Kindes auf 400-Euro-Basis gearbeitet. Sie bekäme daher nur 268 € (67 Prozent von 400 €) als Elterngeld. Durch den Mindestbetrag wird ihr Elterngeld um 32 € auf 300 € angehoben.

Beispiel 3:

Frau Kirsch bezog vor der Geburt ihres Kindes ALG I, welches nicht als für die Berechnung von Elterngeld relevantes Einkommen berücksichtigt wird. Bezieht Frau Kirsch auch nach der Geburt ihres Kindes weiterhin ALG I, dann erhält sie zusätzlich 300 € Mindestelterngeld. (Endet ihr ALG I Anspruch während des Elterngeldbezuges, wird ihr Mindestelterngeld in Höhe von 300 € seit dem 01.01.2011 vollständig mit ihren ALG II-Leistungen verrechnet.)

Beispiel 4:

Frau Schneider verdiente vor der Geburt ihres Kindes durchschnittlich 5.000 € pro Monat. Während ihres Elterngeldbezuges wird sie mit 20 Wochenstunden weiter arbeiten und hierfür 2.500 € erhalten. Unter Anwendung der Kappungsgrenze ermittelt die Elterngeldstelle die Differenz zwischen dem Einkommen vor der Geburt des Kindes und dem im Bezugszeitraum (2.770 minus 2.500 € ergibt 270 €). 67 Prozent von 270 € würden 180,90 € Elterngeld ergeben. Ausgezahlt werden jedoch 300 € Mindestelterngeld.

Alle Ihre Fragen zum Elterngeld und zur Elternzeit beantworten Ihnen gern unsere kompetenten Elternberater!